
- Der Akkutausch beim Smartphone liegt in einer Marktspanne von etwa 40 bis 120 Euro, unverbindlich, je nach Modell und Aufwand.
- Der Preis entsteht vor allem durch verklebte Gehäuse, Displaydemontage und Prüfung, nicht durch das Bauteil selbst.
- Nach dem Tausch gilt der Wasserschutz als eingeschränkt, und iPhones zeigen nicht gekoppelte Akkus als „Unbekanntes Teil" an.
- Verschleiß zahlt keine Versicherung, Sturz, Flüssigkeit und Überspannung dagegen bis zum Zeitwert des Geräts.
Das Smartphone hält morgens noch bis zum Mittag durch, danach hängt es am Kabel. Die Batteriezustand-Anzeige steht bei 78 Prozent, das Gerät ist drei Jahre alt und funktioniert sonst einwandfrei. In dieser Situation stellt sich fast immer dieselbe Frage: Lohnt sich ein neuer Akku, und was kostet er?
Die Antwort hängt weniger vom Akku selbst ab als von der Bauweise des Geräts. Ein Akku ist ein vergleichsweise günstiges Bauteil. Teuer wird der Tausch dort, wo Hersteller verkleben, verschrauben und mit Software absichern. Dieser Ratgeber zeigt die üblichen Marktspannen, erklärt die Unterschiede zwischen Original- und Zubehörakkus und ordnet ein, wann eine Versicherung die Kosten übernimmt.
Marktspannen nach Gerätegruppe
Die folgenden Werte sind Marktspannen, unverbindlich, und beziehen sich auf den kompletten Tausch inklusive Arbeitszeit und Akku. Der tatsächliche Betrag hängt von Modell, Ersatzteilverfügbarkeit und Aufwand ab. FBB nennt nach der Diagnose einen Festpreis, den Sie vor Beginn der Arbeiten freigeben.
| Gerätegruppe | Marktspanne, unverbindlich | Was den Preis treibt |
|---|---|---|
| Einsteiger-Smartphones (Android, einfache Gehäuse) | 40 bis 70 Euro | Meist geschraubt oder leicht geklebt, günstige Zellen |
| Mittelklasse (Samsung A-Serie, Xiaomi, Google Pixel a-Modelle) | 50 bis 90 Euro | Verklebte Rückseite, teils Softwareanbindung |
| Oberklasse und iPhones | 70 bis 120 Euro | Stark verklebt, Wasserschutz, Akku mit Kopplung an die Software |
| Faltbare Geräte, Sondermodelle | oberhalb der üblichen Spanne | Zwei Akkus, aufwendige Demontage, geringe Ersatzteilverfügbarkeit |
Der Preis für das Bauteil allein liegt fast immer im unteren Bereich dieser Zahlen. Den Rest machen Arbeitszeit, Dichtungsmaterial und die Prüfung nach dem Tausch aus. Eine Übersicht zu weiteren Gerätearten finden Sie auf der Seite Kosten und Ablauf.
Original-Akku oder Zubehör-Akku?
Bei vielen Smartphones gibt es Originalakkus des Herstellers nur über zertifizierte Programme oder gar nicht im freien Handel. Werkstätten arbeiten deshalb häufig mit Zubehörakkus. Das ist nicht automatisch schlechter, aber die Qualitätsunterschiede sind groß.
- Originalakkus passen mechanisch exakt, die Software erkennt sie ohne Hinweismeldung und die Kapazität entspricht den Herstellerangaben. Sie sind teurer und nicht für jedes Modell verfügbar.
- Hochwertige Zubehörakkus nutzen Zellen bekannter Zellhersteller, sind auf die Originalkapazität ausgelegt und haben ein geprüftes Schutzmodul. Bei Apple-Geräten erscheint trotzdem eine Meldung, dass der Akku nicht verifiziert werden konnte, weil der Hersteller die Kopplung an die Seriennummer bindet.
- Billigakkus erkennen Sie an geschönten Kapazitätsangaben, fehlender Schutzschaltung und auffällig niedrigen Preisen. Sie altern schneller und stellen ein Sicherheitsrisiko dar.
Fragen Sie vor der Freigabe konkret nach, welche Akkuqualität verbaut wird. Die Partnerwerkstätten von FBB nennen Ihnen Hersteller und Kapazität des Ersatzteils im Kostenvoranschlag.
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Verklebte Akkus: Warum der Aufwand den Preis bestimmt
Fast alle aktuellen Smartphones haben einen verklebten Akku. Beim Tausch muss die Werkstatt entweder die Rückseite aus Glas erwärmen und lösen oder das Display abnehmen. Beides kostet Zeit und birgt Risiken: Glas kann brechen, Displaykabel können reißen, und die Klebestreifen unter dem Akku reißen gern ab, sodass der Akku vorsichtig herausgehebelt werden muss.
Ein aufgeblähter Akku macht die Sache noch heikler, weil die Zelle beim Lösen nicht gebogen werden darf. Was in einem solchen Fall zu tun ist, beschreibt der Ratgeber Akku aufgebläht: Was jetzt zu tun ist. Für den Preis heißt das: Je stärker das Gerät verklebt ist und je näher der Akku am Display sitzt, desto höher der Arbeitsanteil. Bei manchen iPhone-Modellen wird deshalb auch ein bereits leicht beschädigtes Display zum Kostenfaktor, weil es beim Öffnen brechen kann.
Wasserschutz nach dem Tausch
Viele Smartphones tragen eine IP67- oder IP68-Kennzeichnung. Dieser Schutz beruht auf Dichtungen und Klebeflächen, die beim Öffnen zerstört werden. Eine sorgfältige Werkstatt ersetzt die Dichtung mit neuen, passgenauen Klebestreifen und verpresst die Rückseite. Trotzdem gilt: Nach einem Akkutausch sollten Sie den Wasserschutz als eingeschränkt betrachten. Hersteller selbst weisen darauf hin, dass der Schutz mit dem Alter des Geräts nachlässt, und eine Werkstatt kann die Dichtheit ohne Prüfkammer nicht messen.
Praktisch bedeutet das: Regen und feuchte Hände sind unkritisch, ein Sturz ins Waschbecken ist es nicht mehr. Wer regelmäßig mit dem Handy am Wasser unterwegs ist, sollte nach dem Tausch eine Schutzhülle nutzen. Was bei einem Wasserschaden gilt und wann die Versicherung einspringt, steht im Ratgeber Akku und Wasserschaden.
Batteriezustand nach dem Tausch: Was die Software anzeigt
Nach dem Tausch erwarten viele Kunden eine Anzeige von 100 Prozent Batteriezustand. Das ist nicht bei jedem Gerät der Fall. Bei iPhones zeigt iOS nach einem Tausch mit nicht verifiziertem Akku den Zustand teilweise gar nicht an, sondern nur den Hinweis „Unbekanntes Teil". Der Akku funktioniert dann normal, die Anzeige fehlt aber. Bei neueren Modellen lässt sich der Akku über den Herstellerprozess koppeln, wenn es ein Originalteil ist.
Android-Geräte zeigen den Zustand je nach Hersteller in den Einstellungen, in einer Diagnose-App oder gar nicht. Hier ist ein frischer Akku daran zu erkennen, dass die Laufzeit wieder dem Auslieferungszustand entspricht und die Ladekurve gleichmäßig verläuft. Führen Sie in den ersten Tagen zwei oder drei normale Ladezyklen durch, damit die Ladeelektronik die neue Zelle kennenlernt. Ein spezielles Kalibrieren ist nicht nötig, mehr dazu im Ratgeber Akku kalibrieren: Mythos oder Pflicht.
So läuft die Einsendung ab
- Sie beschreiben das Gerät und das Problem über das Anfrageformular. Modellbezeichnung, Alter und der angezeigte Batteriezustand helfen der Werkstatt bei der Diagnose.
- Sie erhalten eine kostenlosen Anfrage mit dem voraussichtlichen Ablauf und der passenden Versandart.
- Sie senden das Gerät ein. Sichern Sie vorher Ihre Daten und deaktivieren Sie die Aktivierungssperre (Apple: „Wo ist?", Android: Google-Kontoschutz), damit die Werkstatt das Gerät nach dem Tausch prüfen kann.
- Die Partnerwerkstatt stellt die Diagnose und Sie erhalten einen Festpreis. Reparaturen beginnen erst nach Ihrer Freigabe.
- Nach dem Tausch wird das Gerät auf Ladefunktion, Dichtung und Sensoren geprüft und zurückgeschickt.
Schon vor der Anfrage können Sie mit dem Akku-Selbsttest einordnen, ob wirklich der Akku das Problem ist oder eher eine Ladebuchse, ein Kabel oder ein Softwarefehler.
Versicherung statt Eigenzahlung: Wann das sinnvoll ist
Reiner Verschleiß ist kein Versicherungsfall. Ein Akku, der nach drei Jahren nachlässt, wird weder von der Handyversicherung noch von der Hausrat bezahlt. Anders sieht es aus, wenn ein Ereignis den Schaden ausgelöst hat:
- Das Gerät ist gestürzt und der Akku wurde dabei beschädigt oder hat sich anschließend aufgebläht (Geräteversicherung).
- Flüssigkeit ist eingedrungen und hat Akku oder Ladeelektronik beschädigt (Geräteversicherung).
- Ein Blitzschlag oder eine Überspannung im Stromnetz hat das Ladegerät und den Akku zerstört (Hausratversicherung, sofern Überspannung vereinbart ist).
- Eine andere Person hat das Gerät beschädigt (deren Haftpflichtversicherung).
Die Versicherung ersetzt in diesen Fällen die Reparaturkosten bis zum Zeitwert des Geräts. Für die Meldung verlangen Versicherer meist einen Kostenvoranschlag oder eine Bescheinigung über den Defekt. Diese Unterlagen bekommen Sie über die Schwesterseite als Online-Kostenvoranschlag ab 25 Euro. Welche Police wann greift, erklärt die Seite Akku-Schaden als Versicherungsfall.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Akkutausch beim Smartphone?
Die eigentliche Arbeit dauert je nach Modell zwischen dreißig Minuten und zwei Stunden. Mit Versand, Diagnose und Freigabe sollten Sie insgesamt etwa eine Woche einplanen.
Verliere ich beim Akkutausch meine Daten?
Beim reinen Akkutausch bleiben die Daten auf dem Gerät. Sichern Sie trotzdem vorher alles, weil bei jedem Öffnen ein Restrisiko für andere Bauteile besteht.
Warum zeigt mein iPhone nach dem Tausch „Unbekanntes Teil" an?
Apple koppelt den Akku an die Seriennummer des Geräts. Ein nicht über den Herstellerprozess gekoppelter Akku funktioniert normal, wird aber als nicht verifiziert angezeigt.
Lohnt sich der Tausch bei einem vier Jahre alten Handy noch?
Wenn Display, Kamera und Leistung noch Ihren Ansprüchen genügen und Sicherheitsupdates weiter verfügbar sind, ist der Akku meist die günstigste Möglichkeit, das Gerät zwei weitere Jahre zu nutzen.
Zahlt die Handyversicherung einen schwachen Akku?
Nein, Verschleiß ist in nahezu allen Policen ausgeschlossen. Ersetzt werden Schäden durch Sturz, Flüssigkeit oder Kurzschluss, wenn dadurch der Akku betroffen ist.
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