
- Handel und Wertstoffhöfe müssen Akkus kostenlos zurücknehmen, ein Kaufbeleg ist nicht nötig.
- Aufgeblähte Akkus abkleben, außerhalb der Wohnung lagern und zum Wertstoffhof bringen, nie in die Sammelbox oder den Hausmüll.
- Geräte mit defektem Akku haben einen Restwert, der Ankauf ist oft sinnvoller als die kostenlose Abgabe.
- Vor jeder Abgabe Konten abmelden, Gerät zurücksetzen und Speicherkarten entnehmen.
In fast jedem Haushalt liegt eine Schublade mit ausgedienten Akkus: der alte Akkuschrauber-Akku, der nicht mehr lädt, zwei Powerbanks, ein Smartphone mit gewölbtem Rücken. Dort liegen sie oft jahrelang, weil niemand genau weiß, wohin damit, und weil der Hausmüll sich verboten anfühlt. Zu Recht: Lithium-Akkus im Restmüll sind die häufigste Ursache für Brände in Müllfahrzeugen und Sortieranlagen.
Die Entsorgung ist gesetzlich geregelt, kostenlos und einfacher als gedacht. Und in vielen Fällen ist Entsorgen gar nicht die beste Option, weil ein Gerät mit defektem Akku noch Geld wert ist.
Batteriegesetz: Rücknahmepflicht des Handels
Das Batteriegesetz verpflichtet jeden, der Batterien oder Akkus verkauft, gebrauchte Batterien und Akkus derselben Art kostenlos zurückzunehmen. Das gilt für den Elektromarkt genauso wie für den Supermarkt mit Batterieregal, den Baumarkt mit Werkzeugakkus oder den Fahrradhändler mit E-Bike-Akkus. Ein Kaufbeleg ist nicht nötig, und Sie müssen den Akku nicht dort gekauft haben.
Für Elektrogeräte mit fest eingebautem Akku gilt zusätzlich das Elektro- und Elektronikgerätegesetz: Größere Händler und Online-Shops müssen Altgeräte zurücknehmen, kleine Geräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge auch ohne Neukauf. Der Hersteller finanziert die Verwertung über Rücknahmesysteme, für Sie ist die Abgabe kostenlos.
Umgekehrt sind Sie als Verbraucher verpflichtet, Altbatterien getrennt vom Hausmüll zu entsorgen. Der Hinweis dazu ist das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne auf jedem Akku.
Sammelstellen: Wo Akkus hingehören
| Akkutyp | Geeignete Abgabestelle | Hinweis |
|---|---|---|
| Kleine Akkus, Handyakkus, Powerbanks | Sammelbox im Handel, Wertstoffhof | Pole abkleben, nicht lose in die Box werfen, wenn beschädigt |
| Werkzeugakkus | Baumarkt, Fachhandel, Wertstoffhof | Kontakte abkleben, Akku aus dem Gerät nehmen |
| Laptop-Akkus | Elektromarkt, Wertstoffhof | Fest eingebaute Akkus mit dem Gerät abgeben |
| E-Bike- und E-Scooter-Akkus | Fahrradhändler, Wertstoffhof mit Annahme für Hochenergie-Akkus | Vorher anfragen, nicht jede Stelle nimmt große Akkus |
| Beschädigte, aufgeblähte Akkus | Wertstoffhof, Schadstoffmobil | Nie in die Sammelbox, Personal vor Ort informieren |
| Verbrannte Akkus nach Versicherungsfall | Wertstoffhof nach Freigabe des Versicherers | Bis dahin im Metallbehälter im Freien lagern |
Sammelboxen im Handel sind für intakte Akkus gedacht. Ein beschädigter Akku in einer vollen Box mit anderen Akkus ist ein Brandrisiko für das Geschäft. Beschädigte Akkus gehören zum Wertstoffhof, wo sie in Sicherheitsbehältern gelagert werden.
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Aufgeblähte und beschädigte Akkus sicher machen
Ein aufgeblähter Akku hat im Inneren Gas gebildet, die Zelle ist geschädigt und kann bei Druck, Hitze oder Kurzschluss durchgehen. Bis zur Abgabe gilt:
- Nicht mehr laden, nicht mehr im Gerät betreiben.
- Falls entnehmbar, vorsichtig ausbauen, ohne zu drücken oder zu biegen. Bei verklebten Smartphone-Akkus das Gerät nicht selbst öffnen.
- Alle offenen Kontakte und Pole mit Isolierband abkleben, damit kein Kurzschluss durch Metallteile entsteht.
- In einen nicht brennbaren Behälter mit Sand oder auf eine Steinplatte legen, an einem trockenen, kühlen Ort außerhalb der Wohnung, etwa auf dem Balkon oder in der Garage.
- Innerhalb weniger Tage abgeben, nicht wochenlang lagern.
Was Sie beim ersten Anzeichen einer Aufblähung tun sollten, beschreibt der Ratgeber Akku aufgebläht: Was jetzt zu tun ist. Ein Gerät mit gewölbtem Gehäuse muss übrigens nicht zwingend entsorgt werden: Ist nur der Akku betroffen, kann die Partnerwerkstatt ihn nach Diagnose ersetzen. Die kostenlose Anfrage läuft über unser Anfrageformular.
Warum Akkus nie in den Hausmüll gehören
Neben dem Brandrisiko in Müllfahrzeugen und Anlagen gibt es zwei weitere Gründe. Erstens enthalten Lithium-Akkus wertvolle Rohstoffe wie Kobalt, Nickel, Lithium und Kupfer, die im Recycling zurückgewonnen werden. Zweitens ist die Entsorgung im Hausmüll eine Ordnungswidrigkeit, die je nach Bundesland mit Bußgeld belegt werden kann.
Auch die gelbe Tonne und der Elektroschrott-Container ohne Aufsicht sind keine Lösung. Akkus gehören in die dafür vorgesehenen Boxen oder in die Hand des Personals am Wertstoffhof. Werkzeugakkus, die im Winter tiefentladen wurden und danach nicht mehr laden, sind übrigens nicht immer verloren, mehr dazu im Ratgeber Akku tiefentladen und auf unserer Werkzeug-Akku-Seite.
Verkaufen statt entsorgen: Der Restwert defekter Geräte
Ein Smartphone mit kaputtem Akku, ein Laptop, der nur noch am Netzteil läuft, ein E-Bike mit totem Akkupack: Alle diese Geräte haben einen Restwert. Display, Platine, Gehäuse, Motor und Rahmen sind als Ersatzteile gefragt, und die Rohstoffe der Akkus haben einen Marktwert. Statt das Gerät kostenlos abzugeben, können Sie es verkaufen.
Der Elektroschrott-Ankauf von fbb-sm.de nimmt defekte Geräte mit Akku an und vergütet sie nach Zustand. Der Vorteil gegenüber dem Privatverkauf: Sie müssen einen beschädigten Akku nicht selbst als Gefahrgut verschicken oder einem fremden Käufer ein sicherheitsrelevantes Gerät übergeben. Die Abwicklung ist auf genau diese Fälle ausgelegt. Das ist auch der übliche Weg, wenn eine Versicherung nach einem Totalschaden das Gerät bei Ihnen belässt und den Restwert abzieht, wie im Ratgeber Totalschaden bei Geräten mit Akku beschrieben.
Ob sich vorher ein Akkutausch lohnt, um das Gerät als funktionierendes Gerät zu einem höheren Preis zu verkaufen, ist eine Rechenfrage: Der Festpreis nach Diagnose muss deutlich unter dem Mehrerlös liegen. Der Ratgeber Reparieren oder neu kaufen hilft bei der Abwägung.
Datenlöschung vor der Abgabe
Ob Sammelstelle, Händlerrücknahme oder Ankauf: Bevor ein Gerät Ihre Hände verlässt, müssen die Daten weg. Ein defekter Akku bedeutet nicht, dass der Speicher unlesbar ist, im Gegenteil, Speicherchips überleben fast jeden Akkuschaden.
- Smartphone und Tablet: Alle Konten abmelden (Apple-ID, Google-Konto), Aktivierungssperre deaktivieren, dann auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Geht das Gerät nicht mehr an, über die Kontoverwaltung im Browser das Gerät aus der Ferne löschen und aus dem Konto entfernen.
- Laptop: Festplatte oder SSD mit der Bordfunktion des Betriebssystems löschen (Windows: „Diesen PC zurücksetzen" mit Option „Laufwerk vollständig bereinigen"; macOS: Systemeinstellungen, „Alle Inhalte und Einstellungen löschen"). Bei einem Gerät, das nicht mehr startet, die SSD ausbauen und behalten oder separat löschen lassen.
- E-Bike und E-Scooter: Kopplung in der Hersteller-App aufheben, Display auf Werkszustand setzen, damit der nächste Nutzer keine Fahrtdaten oder Standorte sieht.
- Wearables und Kopfhörer: Aus der App entkoppeln und zurücksetzen, sonst bleibt das Gerät an Ihr Konto gebunden.
Speicherkarten und SIM-Karten immer entnehmen. Bei Geräten mit Verschlüsselung (moderne Smartphones, macOS mit FileVault, Windows mit BitLocker) reicht das Zurücksetzen, weil der Schlüssel dabei verworfen wird.
Häufige Fragen
Kostet die Abgabe von Akkus etwas?
Nein. Handel und Wertstoffhöfe nehmen Altbatterien und Akkus kostenlos zurück, die Verwertung wird über die Hersteller finanziert.
Darf ich einen aufgeblähten Akku in die Sammelbox im Supermarkt legen?
Besser nicht. Beschädigte Akkus gehören zum Wertstoffhof oder Schadstoffmobil, wo sie in Sicherheitsbehältern gelagert werden. Kleben Sie die Pole ab und informieren Sie das Personal.
Nimmt der Fahrradhändler auch fremde E-Bike-Akkus?
Händler, die E-Bike-Akkus verkaufen, müssen Akkus derselben Art zurücknehmen, unabhängig davon, wo Sie gekauft haben. Fragen Sie vorher, ob beschädigte Akkus angenommen werden.
Lohnt sich der Verkauf eines Handys mit defektem Akku?
Meist ja, weil Display, Platine und Gehäuse noch Wert haben. Der Ankauf über fbb-sm.de vergütet nach Zustand und übernimmt den sicheren Umgang mit dem Akku.
Wie lösche ich Daten, wenn das Gerät nicht mehr angeht?
Bei Smartphones über die Fernlöschung im Apple- oder Google-Konto. Bei Laptops die SSD ausbauen und behalten oder gesondert löschen lassen. Speicher- und SIM-Karten immer entnehmen.
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